Ökumenischer Gedenkgottesdienst am Samstag, den 14. November 2015!

15.11.2015

Was bleibt, ist die Liebe
Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten,
und die Brücke zwischen ihnen
ist die Liebe -
das einzige Bleibende,
der einzige Sinn


- Thornton Wilder -

Dreimal im Jahr lädt das Hospiz am Blumenplatz zum Gedenkgottesdienst ein die verstorbenen Gäste. Angehörige, haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen feiern zusammen Gottesdienst in Gemeinschaft mit den Verstorbenen.

Beim anschließenden Kaffeetrinken ist Gelegenheit zur Begegnung im Erinnern und Erzählen, Trauern und Gedankenaustausch.

Nächster Gedenkgottesdienst ist am Samstag, den 14. November um 16.00 Uhr in der Hospizkapelle, Jägerstrasse 84 in Krefeld.

Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, kann der Schmerz so groß werden, dass wir zu verzweifeln drohen. Wir wissen nicht, wie wir weiterleben sollen, wir wissen nicht, wie wir den Verlust ertragen können.

Es ist unsere Liebe zu dem Verstorbenen, die uns diesen Schmerz bereitet und gleichzeitig kann es auch genau diese Liebe sein, die es uns möglich macht, den Schmerz zu überstehen.

Für Hinterbliebene besteht die Aufgabe darin, weiterzuleben auch wenn es fast unmöglich und sinnlos erscheint. Um das zu können, müssen wir trauern dürfen. Der Schmerz muss sein dürfen, damit er nachlassen kann. Wir müssen über den Verstorbenen reden dürfen, müssen uns an ihn erinnern dürfen, müssen an ihn denken dürfen und wir müssen ihn auch weiterhin lieben dürfen.

Indem wir an den geliebten Menschen denken und unsere Liebe spären, können wir ihm wieder nahe sein. Ja, nur in uns, nicht real und doch kann genau das sehr viel Trost und Kraft schenken. Wenn wir uns bildlich vorstellen, dass unsere Liebe eine Brücke zwischen dem Land der Toten und dem Land der Lebenden erschaffen kann, dann ermöglicht uns diese Brücke eine Form von Kontakt zu dem, was wir so schmerzlich vermissen. Damit gewinnen wir das Verlorene zwar nicht zurück, aber wir können lernen, mit der neuen Situation zu leben. Zu Beginn wird uns das schwer fallen, aber es wird mit der Zeit Stück leichter.

Ich glaube, dass uns das Bild, das uns Thornton Wilder mit seinem Zitat schenkt, ganz konkret bei der Bewältigung unserer Trauer helfen kann:

Erlauben Sie sich, die Toten zu besuchen. Gehen Sie ganz bewusst in Ihrer Vorstellung auf diese Brücke und treffen Sie dort all jene, die Sie so schmerzlich vermissen. Teilen Sie sich ihnen mit, reden Sie mit ihnen, lassen Sie Ihre Gefühle zu. Weinen Sie, lachen Sie, seien Sie wütend oder verzweifelt, drücken Sie alles aus, was in Ihnen ist. Es ist wichtig, unserer Trauer einen Raum zu geben und die Brücke zwischen den Ländern der Lebenden und den Toten kann genau dieser Raum sein. Das Schönste darin ist, dass diese Brücke aus unserer Liebe gemacht ist und deshalb dürfen wir auch so etwas wie Wut zulassen und müssen uns dafür nicht schämen.

Und so, wie es darum geht, ganz bewusst zu trauern, geht es dann auch wieder darum, ganz bewusst ins Leben zurückzukehren. Nehmen Sie jedes Mal wieder Abschied, um zurück zu kehren in Ihr Land wissend, dass Sie über die Brücke Ihrer Liebe jederzeit wieder zurück kehren können. Dieses Bewusstsein hilft dabei, sich wieder auf das Leben einzulassen und dafür Kräfte zu sammeln.

Brigitte Schwarz
Hospizleitung

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