Der Hospizgarten blüht und duftet

29.09.2008
, Kirchen-Zeitung

Am 27. September stellte das Krefelder Hospiz am Blumenplatz seinen neu gestalteten Garten vor

„Hier wird nicht den ganzen Tag gestorben. Fast nirgendwo wird so intensiv gelebt wie hier. Jeder Tag, jeder Moment ist wichtig“, betonte Karin Meincke als Vorsitzende der Hospiz-Stiftung Krefeld. Glücklich sind Gäste und Betreuer über den jetzt fertig gestellten Außenbereich des Hospizes am Blumenplatz.

Zu jeder Jahreszeit wird dort etwas Blühendes, Duftendes oder durch seine Herbstfärbung Bewundernswertes zu finden sein. Landschaftsarchitektin Barbara Schröder erstellte den Plan für die Beete. Rund eintausend Stauden wurden von ehrenamtlichen Helfern am Wochenende eingesetzt. „Da stehen Pflanzen, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt“, bewunderte Doris Törkel vom Krefelder Grünflächenamt, die das Gesamtkonzept erstellte. Ziel des Teams war es, einen „Garten der Sinne“ zu entwerfen. Der Garten soll Entspannung und Stille bieten, die Sinne ansprechen, aber auch die Möglichkeit geben, aus dem Haus heraus zu kommen und sich im Freien in einer geschützten Umgebung zu bewegen. Gepflasterte Wege erschließen den Minipark über zwei verschieden lange Rundwege. Tiefbauunternehmer Ramackers und seine Mitarbeiter hatten für diesen Einsatz zwei Urlaubstage geopfert. Rankgerüste an den Mauern des ehemaligen Klostergartens geben Raum für weiteres Wachstum. Die Mauer selber ist an drei Stellen durchbrochen worden. Transparente Scheiben ermöglichen den Blick auf die Straße. „Es soll ja hier keine abgeschottete Welt sein“, begründete Meincke.

Prof. Georg Wagner von der Krefelder Fachhochschule hatte die Ausschreibung um Ideen zur Gestaltung der Mauern an seine Studenten weitergegeben. „Was noch umgesetzt wird, hängt davon ab, was die Verantwortlichen auswählen, und natürlich, wie die Spenden es ermöglichen“, sagte Wagner. Geplant ist beispielsweise ein Wasserbecken oder Brunnen, außerdem in Glas geätzte Bilder mit Motiven aus Krefeld und Umgebung. Auch dauerhafte Sitzgelegenheiten fehlen noch. Dort könnten die Gäste mit ihren Besuchern verweilen und die Natur betrachten.

Meincke erinnerte: Im Oktober 2005 haben 50 Friseure mit ihrer Aktion „Abschnitt“ in Linn den Grundstein für den Garten gelegt. Sie schnitten Haare und widmeten ihren Erlös dem Hospiz. Weitere Handwerksberufe folgten dem Beispiel. Auch das Gebäude des ehemaligen Kindergartens wurde dem Hospizzweck zugeführt. Es dient als Tagungshaus, z.B. für Seminare, Feiern und Fortbildung. Das stationäre Hospiz wird von der Krefelder Bevölkerung gut angenommen. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Irmgard Winzen bedauert jedoch: „Beim Ambulanten Dienst scheint es noch eine Schwellenangst zu geben, eine Betreuung anzufordern. Wenn wir erst so spät gerufen werden, ist es schwieriger, die Beziehung aufzubauen.“ Die Ehrenamtlichenkommen kostenlos stundenweise zu dem Kranken nach Hause, wodurch auch pflegende Angehörige entlastet werden.

von Regina Kraus

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