Ein Ort der Ruhe mitten in der lauten Stadt

23.07.2012
, Westdeutsche Zeitung

Beim Tag der offenen Gartenpforte konnten Besucher durch den Hospizgarten spazieren und blühende Stauden bewundern.

Von Katja Uhlig

Zum vierten Mal öffnete das Krefelder Hospiz am Blumenplatz seine Gartenpforte und gewährte einen Einblick in seinen in voller Blüte stehenden Staudengarten. Auf rund 680 Quadratmetern war 2009 an der Jägerstraße der ehemalige Klostergarten zum Hospizgarten umgestaltet worden. 20 Helfer, darunter auch ehrenamtliche Helfer des Krefelder Grünflächenamtes, hatten 750 Stauden gepflanzt. „Das war im April 2009“, erinnert sich Helferin Käthe Blomen. Der im Mai folgende Hagel hatte allerdings erst einmal alles wieder zerstört. Schon im August hatte sich die Pflanzenpracht vom Hagel erholt Doch: Die Ärmel wurden wieder hochgekrempelt. Und die Aufräumarbeiten lohnten sich. Schon im August, nur drei Monate später, hatten sich alle Pflanzen erholt und zeigten ihre Pracht. „Unserer ersten Teilnahmean der offenen Gartenpforte stand nichts mehr im Wege“, so Hospizleiterin Brigitte Schwarz, die auch mitgeholfen hatte. Seitdem öffnet das Hospiz einmal jährlich seine Gartenpforte. Am Wochenende war es wieder so weit. Brigitte Schwarz erklärte den Besuchern, dass ein solcher Garten auch enorm wichtig für die Gäste des Hospizes ist. Inmitten der lauten Stadt sei das ein Ort der Ruhe und Natürlichkeit. So wurde bei der Anlage des Gartens darauf geachtet, dass zu jeder Jahreszeit etwas blüht. „Viele Gäste bleiben kein Jahr bei uns. Aber sie sollten die Möglichkeit haben, zu jeder Jahreszeit etwas vom Garten zu haben“, sagt die Hospizleiterin.

„Viele Gäste bleiben kein Jahr bei uns. Aber sie sollen zu jeder Jahreszeit etwas vom Garten haben.“ Brigitte Schwarz, Hospizleiterin

Außerdem sei so ein Staudengarten entgegen aller Vermutungen pflegeleichter als ein Garten mit großen Rasenflächen. Ein Rasen muss ständig gemäht werden und wirkt unschön, sobald etwas Unkraut zu sehen ist. Ein bisschen Unkraut zwischen den Stauden falle dagegen gar nicht auf. Zwischen blühenden Staudenbeeten laden Wege und kleine Sitzplätze zum Verweilen oder Spazieren ein. „Gerade im Sommer findet sehr viel hier draußen statt“, freut sich Brigitte Schwarz. Auch Geburtstage wurden hier schon gefeiert. Pflegebetten oder Rollstühle lassen sich problemlos in den Garten schieben, erklärt Schwarz. Mit einem derart großen Besucherandrang wie am Sonntag hatte sie nicht gerechnet. „Bestimmt 150 Besucher konnten wir begrüßen“, sagt Schwarz und ergänzt: „So ein Tag gibt uns die Möglichkeit, der Öffentlichkeit unsere Arbeit näher zu bringen.“ Bei einem Spaziergang durch den Garten wurde das Interesse an der Hospizarbeit geweckt, bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen konnten Fragen durch die Hospizmitarbeiter be twortet werden. Am Mittag wurde aus der Gartenpforte mit den Hobby- Singers aus Fischeln dann ein großes Gartenfest mit Musik.

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