Hospiz dient als zentrale Anlaufstelle

16.06.2009
, Rheinische Post

„Wir wollen mit Krefeld ein bundesweiter Vorreiter sein“, sagt Dr.Achim Thater bei der Präsentation des neuen Palliativ-Netzwerkes Krefeld. Das hat sich jetzt als eigenständige Genossenschaft gegründet. Der Vorteil des Palliativ- Netzwerkes Krefeld: Nicht nur die Krankenkassen haben bei den Abrechnungen einen einzigen Abrechnungspartner, sondern auch, und das ist der Hauptgrund, die schwerstkranken Patienten haben eine zentrale Anlaufstelle im Hospiz an der Jägerstraße 84. Dort ist rund um die Uhr unter der Rufnummer 931330 ein Bereitschaftsdienst erreichbar. Karin Meincke, die neben Dr. Ralf Brandstetter und Dr. Achim Thater zum Vorstand der neuen Genossenschaft zählen, schildert einen typischen Fall aus der Vergangenheit. „Der Mann verdrängt, dass seine schwerstkranke Frau sterben wird. Im letzten Moment bekommt er Panik und weiß nicht, was er tun soll. Er ruft schließlich das Hospiz an. Der Anruf kam um 11 Uhr, um 17 Uhr hatten wir alles geregelt und die schwerstkranke Frau unter anderem mit einem Sauerstoffgerät versorgt.“ Seit Januar 2006 existiert in Krefeld ein offener Zusammenschluss von Angehörigen verschiedener Berufsgruppen und Institutionen sowie Privatpersonen, die sich für die Verbesserung der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen engagieren. Am Netzwerk beteiligt sind niedergelassene Ärzte, ambulante Pflegedienste, Seelsorger, das Hospiz am Blumenplatz, Ambulante Hospizdienste, Psychoonkologen, sonstige Therapeuten und soziale Dienste, Apotheken, Sanitätshäuser und Vertreter der Krefelder Krankenhäuser mit onkologischen und schmerztherapeutischen Fachabteilungen. An der Genossenschaft beteiligen sich derzeit zehn qualifizierte Palliativärzte, die DRK Krefeld ambulant GmbH, der Caritasverband für die Region Krefeld und die DRK Schwesternschaft Krefeld. „Damit sind wir trägerübergreifend zum Besten der Patienten in Krefeld tätig“, so Karin Meincke.

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