Umgehen mit Tod und Sterben: Abschlusszertifikate „Befähigung für die ehrenamtliche Hospiz-Arbeit“

Sie gehen jetzt gut vorbereitet in die ehrenamtliche Hospiz-Arbeit: Die neuen Ehrenamtler/-innen erhielten ihre Zertifikate. (Bild: Hospiz Stiftung Krefeld)
„Ihr habt euch auf ein Abenteuer eingelassen – ohne Schatzkarte und ohne Garantie, dass alles leicht werden würde“ – Michaela Colmie (Leitende Koordinatorin ambulantes Hospiz und Palliativberatungsdienst) freut sich über neue ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen für die Hospiz-Arbeit in Krefeld. Die Frauen und Männer erhielten jetzt bei einer kleinen Feier das Zertifikat über ihre „Befähigung zur ehrenamtlichen Hospiz-Arbeit“.
Die in ihren Eigenschaften sehr unterschiedlichen „Abenteurer“ hätten schnell zueinander gefunden, so Colmie: „Jeder hat etwas mitgebracht, was unbezahlbar ist: Haltung, Empathie, Menschlichkeit und eigene Erfahrung. Die Gruppe hat mutig und kritisch gefragt und nachgehakt – es sind gute Diskussionen entstanden“. Die angehenden Ehrenamtler/-innen wurden auf die Anforderungen ihrer zukünftigen Tätigkeit rund um das Thema Tod und Sterben ausgebildet, um schwerstkranke Menschen und deren An- und Zugehörige in der eigenen Häuslichkeit, in einer Senioren- oder Pflegeeinrichtung oder auch im Krankenhaus zu begleiten. Sie setzten sich mit der eigenen Endlichkeit auseinander oder übten die Kommunikation mit lebensbegrenzt erkrankten Menschen und ihren Angehörigen. Wichtig war es, die Bedürfnisse der Sterbenden sowie der Angehörigen wahrzunehmen und auf diese einzugehen. Ein Element war es aber auch, den Ehrenamtlern/-innen zu vermitteln, wie sie eine sich selbst schützende Distanz bewahren können. Im Ergebnis war die ganze Gruppe sehr motiviert und optimistisch, das Erlernte ab sofort in ehrenamtlichen Begleitungen umsetzen zu können. Prof. Dr. Roland Besser (Vorsitzender Hospiz Stiftung Krefeld) freute sich, dass alle den rund 100 Stunden umfassenden Befähigungskurs durchgehalten haben. „Sie wissen jetzt, worauf Sie sich einlassen – nur das ‚Aushalten‘ kann man nicht erlernen“, mahnte er, dass auch die Selbstfürsorge der Absolvent/innen erforderlich sei. Auch Alexander Henes (Gesamtleiter Hospiz) formulierte einen Dank und lobte das Engagement jedes/jeder Einzelnen: „Sie waren eine harmonische, aber auch kritische Gruppe. Sie haben den Kurs gut absolviert, jetzt kommen Sie in die Erfahrung.“
Die Hospiz Stiftung Krefeld freut sich auch zukünftig wieder über Personen, die sich ehrenamtlich in der Begleitung von Menschen in der letzten Lebensphase engagieren möchten. Der rund sechsmonatige Befähigungskurs ist für jeden als Voraussetzung obligatorisch.
Der nächste Kurs beginnt Anfang 2027 – Vorab gibt es zwei Info-Veranstaltungen (Montag, 12. Oktober, 10 bis 12.30 Uhr sowie Mittwoch, 17. November, 17.30 bis 20.00 Uhr). Interessierte werden um Anmeldung gebeten unter E-Mail: koordination@hospiz-krefeld.de oder Tel.: 02151 / 93 133 93.

