Beeindruckende Vorträge und spannende Einsichten – rund um den Welthospiztag

Oberbürgermeister Frank Meyer (Schirmherr des Hospizes Krefeld) begrüßte die Zuhörer/-innen beim „9. Krefelder Palliativtag“. Er erinnerte daran, dass es für Menschen wichtig sei, Teil einer Gemeinschaft zu sein „und eine Gemeinschaft zeichnet aus, wie sie mit den Schwächsten umgeht“. (Bild: Hospiz Stiftung Krefeld)

Es war eine Woche im Zeichen der Hospiz-Arbeit: Rund um den Welthospiztag (Samstag, 10. Oktober 2026) gab es in Krefeld mehrere Ansätze, das Thema zu behandeln. Mehr als 60 Zuhörern/-innen besuchten den „9. Krefelder Palliativtag“ am Mittwoch (7. Oktober 2026). Der Tag unter dem Thema „In der Trauer nicht allein“ wurde organisiert vom Palliativnetzwerk Krefeld und der Hospiz Stiftung Krefeld. Als deren Vertreter begrüßten Prof. Thomas Frieling und Prof. Roland Besser die rund 60 Zuhörer/-innen. Die Größe der Gruppe sei ein Zeichen, dass die Idee zu dieser Veranstaltung ein guter Schritt gewesen sei, so Frieling. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Trauer sei wichtig, sagte Besser – denn Trauer sei ein Vorgang, der irgendwann jeden treffe, und es sei wichtig, dass aus Trauer Erinnerung werde. Die Referate boten dann vielfältige Perspektiven auf das Thema: – von der Frage „Wieviel Trauer können wir uns leisten?“ über die Darstellung der Angebote in der Trauerarbeit in Krefeld bis zu einer Lesung aus dem Buch „das ist doch einfach nur Scheiße“: Darin schildern Jugendliche, wie sie den Verlust eines lieben Menschen erlebt und verarbeitet haben – wie etwa Carsten, dessen Freundin durch einen Raser-Unfall getötet wurde, oder Emma, deren Schwester an Krebs gestorben war, als Emma acht Jahre war. Die vorgetragenen Auszüge berührten alle Zuhörer/-innen tief. Zu dem Projekt war im vhs-Foyer die begleitende Wanderausstellung der beiden Projektpartnerinnen gezeigt worden. Außerdem ging es darum, welche Angebote es in Krefeld gibt, um Menschen in der Trauer zu begleiten, zu unterstützen und Einsamkeit zu lindern. Weitere Themen waren das „betriebliche Trauermanagement“ am Beispiel der Polizei Krefeld oder der Umgang mit Verlust und Trauer im stups KINDERZENTRUM und in der Kinderhospizarbeit. Außerdem ging es kurz um den Stand im Palliativnetzwerk und die Planungen für die Zukunft.

Im Hospiz am Blumenplatz begrüßte Alexander Henes (Gesamtleiter Hospiz) zwei Praktikantinnen: Marion Schröder, Regionaldirektorin Niederrhein der AOK Rheinland/Hamburg, am Dienstag und Britta Oellers, CDU-Landtagsabgeordnete für Krefeld, am Freitag. Beide sprachen ausführlich und sehr interessiert mit den Mitarbeitern/-innen verschiedener Bereiche. Aufnahmekoordinatorin Cornelia Hoppmanns legte dar, warum es einen strukturierten Aufnahmeprozesses und klare Aufnahmevorgaben gibt. Elisabeth Bastians (Koordinatorin Seelsorge) schilderte die Angebote für die Gäste und deren Angehörige, um alle gut durch die schwierige Zeit zu begleiten. Iwona Banczyk, Leiterin der Hauswirtschaft, erklärte, wie die Versorgung der Gäste und ihrer Angehörigen realisiert werde – etwa, wenn ein Gast einen besonderen Essenswunsch habe. Ein Gast schilderte, dass es ihm nach der anstrengenden Zeit im Krankenhaus jetzt sehr guttue, im Hospiz zu sein. „Ich fühle mich hier zuhause“, so der Gast: Er könne wieder essen, trinken und schlafen – was zuletzt im Krankenhaus nicht mehr funktioniert habe. Im Gespräch mit Henes und Pflegedienstleiterin Regina Prill ging es unter anderem darum, dass Hospiz-Arbeit nicht differenziere: Die hospizliche Haltung sei es, dass jeder Gast ungeachtet seiner Vergangenheit, seiner Nationalität, seines Glaubens oder seines Besitzes aufgenommen und betrachtet werde. „Die Geschichte des Gastes beginnt für uns an der Tür des Hospizes“, betonten beide. Ebenso sei es wichtig, den Gästen das Gefühl der Sicherheit und Fürsorge zu vermitteln.

Am Samstag – dem Welthospiztag – gab es mit der Hospizinitiative Viersen eine kostenlose Filmvorführung im Lichtspieltheater Willich: „Vier minus drei“ nach dem Buch von Barbara Pachl-Eberhart. Rund 50 Zuschauer/-innen nahmen das Angebot an und erlebten einen sehr berührenden Film, der mit vielen Eindrücken das theoretische Wissen zum Thema „Trauer“ untermauerte.

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